Tipps, wie du Tierleid beim Essen vermeiden kannst

Wir konsumieren täglich Fleisch, Milchprodukte, Fisch und Eier. Wir tun das, ohne viel darüber nachzudenken. Aber wie werden diese Produkte hergestellt? Was steckt dahinter? 


Fleisch


Wurst aufs Brot zum Frühstück, Steak zum Mittag und Abends Pizza mit Salami? Wir essen unglaublich viel Fleisch und meistens ist uns das auch gar nicht wirklich bewusst. Aber hinter jedem so kleinen Stückchen Fleisch steckt ein Lebewesen, das für unser Genuss sterben und leiden musste. Wir töten jedes Jahr allein in Deutschland an die 770 Millionen Landtiere (Das Statistische Bundesamt, 2018). Der Großteil dieser Lebewesen wird in der Massentierhaltung gehalten, wo die Tiere ein trauriges Dasein mit Schmerzen und Angst führen.

 

Abgesehen von dem enormen Tierleid, ist die Fleischproduktion stark am Klimawandel, Abholzung der Regenwälder und der Wasserknappheit beteiligt.


Fleisch- und Milchprodukte aus dem Speiseplan zu streichen, ist der effektivste Weg, um seinen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten

(Studie: Oxford University)



Ein erschreckender Fakt ist, dass wir die Hälfte aller Agrarflächen weltweit für die Nahrung der "Nutztiere" verwenden. Dabei können unzählige weitere Menschen ernährt werden, wenn sie diese Nahrung bekommen würden, statt die Tiere. In vielen Entwicklungsländern werden einheimische Bauer vertrieben und auch Naturschutzgebiete zerstört, damit mehr Tierfutter angebaut werden kann, denn der Hunger nach Fleisch wächst immer weiter an.

 

Im Moment bilden die Menschen zusammen mit den "Nutztieren" 98% der Biomasse auf der Welt, Wildtiere bilden dabei gerade mal 2%. Diese Zahlen zeigen, wie weit wir die Erde und die Tiere für unsere eigene Zwecke ausbeuten. Es ist rechnerisch einfach nicht möglich, dass alle Menschen auf der Welt Fleisch essen können, ohne dass es Konsequenzen für die Umwelt gibt.

 

Heutzutage ist eine vegane Ernährung sehr leicht umsetzbar, überall verfügbar und teilweise gesünder. Wir müssen keine Tiere töten um ein gesundes Leben zu führen. Viele Sportler zeigen, dass die Leistung ohne Fleisch nicht kleiner wird und sie ihre Vitalität sogar verbessert haben. Ärzte, Wissenschaftler und Ernährungsexperten bestätigen ebenfalls die guten Ergebnisse und raten dazu, auf eine pflanzliche Ernährung umzusteigen. Die vegane Ernährung ist nicht die einzige gesunde Ernährungsform, aber die einzige ohne Tierleid, die sehr gesund sein kann.

 

Es ist an der Zeit, den Tieren eine Stimme zu geben und für sie zu kämpfen. Werde auch ein Teil der weltweiten Bewegung, welche die Tötung von fühlenden Lebewesen ablehnt. Zeig ein Herz für jedes Lebewesen und schwimme gegen den Strom, denn nur weil viele Menschen etwas tun und befürworten, heißt es noch lange nicht, dass es auch richtig ist. Wir sind jetzt gefragt, endlich aufzustehen und für einen besseren Umgang mit unseren Mitgeschöpfen zu sorgen.


Milchprodukte


Kühe (auch Ziehen, Schafe) sind wie wir Menschen Säugetiere und geben nur Milch, um den eigenen Nachwuchs zu ernähren. In der Milchindustrie werden Kühe wie Gebärmaschinen behandelt. Sie werden immer wieder künstlich befruchtet, damit sie pausenlos Milch geben können. In dem folgenden Bild wird veranschaulicht, wie die Milchherstellung abläuft:

Grafik: Darstellung der Milchproduktion

Die Kälber werden kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und in kleinen isolierten Gehegen eingesperrt. Die männlichen Kälber werden entweder direkt getötet oder zuerst gemästet und zu Bullen herangezogen bis sie dann getötet werden.

 

Die weiblichen Kälber werden selbst zu Milchkühen wie ihre Mütter. Es gibt kleine Bauernhöfe, wo die Kälber nicht sofort nach der Geburt sondern erst nach wenigen Monaten von den Müttern getrennt werden, aber das macht die Ausbeutung nicht weniger schlimm.


Diese verdeckten Aufnahmen aus Deutschland zeigen, wie grausam Milchkühe behandelt werden:

Video: SOKO Tierschutz e.V. / YouTube


Kühe sind sehr intelligente, gutmütige und sensible Lebewesen. In der Milchindustrie werden sie aber wie Objekte behandelt. Sie sind nur gut, solange sie genug Milch geben. Schon längst werden sie nicht mehr per Hand gemolken, sondern in Akkordablauf an Maschinen angeschlossen. Das gilt nicht nur für die Kuhmilch, aber auch für Schafs- und Ziegenmilch. Diese Mütter trauern nach ihren Kindern, genau wie wir Menschen trauern würden, wenn wir in der gleichen Situation wären. Allein der Umstand, dass wir andere Tiere künstlich befruchten, um ihre Muttermilch zu trinken, ist absurd.

 

Natürlich geht nicht jeder Bauer grausam mit seinen Tieren um, manche lieben und schätzen ihre Tiere. Aber sogar der tierliebste Milcherzeuger oder Rinderzüchter muss seine Tiere schlachten oder an Schlachter verkaufen. Man kann nicht alle Kälber behalten, aber wiederum müssen immer neue und neue geboren werden, damit die Milchproduktion weiterlaufen kann.

 

Die Milchprodukte sind auch nicht unbedingt gesund, so zum Beispiel:

 

● Eine Tasse Kuhmilch am Tag kann das Brustkrebsrisiko um 50% erhöhen. (Studie der Loma Linda University in Kalifornien)

 

● Kuhmilch kann bei Männern die Entstehung von Prostatakrebs begünstigen. (Martini Klinik Prostatakrebszentrum)

 

● Kuhmilch kann bei Menschen mit einem Enzym-Defekt die Entstehung von Galaktosämie und Katarakten ("Grauer Star") begünstigen. (Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz)

 

● Milchprodukte enthalten Cholesterin, sind fetthaltig und können Übergewicht begünstigen.

 

Es gibt unglaublich viele Alternativen für Milchprodukte, so wie Frischkäse, Fettakäse, Sahne, Joghurt und vieles mehr auf pflanzlicher Basis. Es kommen auch immer mehr neue Produkte auf den Markt.


Fisch und Meeresfrüchte


Die wenigen haben Mitleid mit Fischen und Wassertieren wie Krabben und Oktoden. Sie winseln und jaulen ja nicht, wenn sie lebendig ins kochende Wasser geworfen oder sie aufgeschnitten werden. Also nehmen wir an, dass ihnen diese Torturen nichts ausmachen. Ihre Schreie können leichter ausgeblendet werden, da wir sie nicht hören. Dabei haben Forscher nachgewiesen, dass Fische auch Schmerzen empfinden und unter Panik leiden, wenn sie aus dem Wasser rausgenommen werden. Sie machen für uns unhörbare Geräusche, um ihr Leid auszudrucken.

 

Aber auch die beliebten Delfinen, Wale und Meeresschildkröten werden als Beifang massenweise gefangen und getötet. Die WWF schätzt, dass an die 850.000 Tiere unnötig als Beifang sterben. Bei der weit verbreiteten Schleppnetzfischerei werden Netze mit einer Öffnung von bis zu vier Fußballfeldern benutzt. Dabei werden alle Lebewesen aufgefangen, die sich in diesem Radius aufhalten. Die Meere und Ozeanen sind längst überfischt, d.h. es wird mehr Fisch gefangen, als die Bestände es zulassen. Dadurch verschwinden ganze Arten und das Ökosystem gerät immer weiter aus dem Gleichgewicht.


Bis zum Jahr 2061 werden wir die Gewässer überwiegend leergefischt haben und das gefährdet das gesamte Ökosystem.



Ist Fisch überhaupt gesund? Nein. Denn die Fische, die wir essen, kommen überwiegend aus Aquakulturen. Dabei werden die Tiere in offenen Gewässern in abgegrenzten Bereichen aufgezogen. Da in einer Farm Millionen Fische auf engstem Raum leben, verbreiten sich Krankheiten und Parasiten extrem schnell. So ist die Lachslaus das größte Problem, da sie die Fische beim lebendigen Leib auffrisst. Um entgegen zu wirken, werden Chemikalien und Antibiotika auf die Fische gesprüht, die nicht nur unsere Gesundheit gefährden, sondern auch unkontrolliert ins Meer gelangen. Rund um solche Aquakulturen ist alles ausgestorben. Die freilebenden Fischen sind auch nicht gesünder, da sie oft Mikroplastik im Körper enthalten. Einige Bestände sind sogar radioaktiv oder mit Erdöl überdeckt. 


Eier


Die Eier- und Hähnchenindustrie hat einen gewaltigen Ausmaß angenommen und es ist einfach nur unfassbar traurig und grausam, was wir mit diesen sensiblen und liebevollen Lebewesen anstellen.

 

Ein Großteil der Masthühner werden in kleinen Hallen zu hundertfach eingesperrt, haben keinen Platz, können die Sonne nicht sehen, werden getreten und wie eine Ware behandelt, die keine Gefühle hat. Je weniger sich die Tiere bewegen, umso schneller können sie an Masse gewinnen und das Fleisch bleibt zart. Die Legehennen werden zum Großteil in kleinen Käfigen eingepfercht und haben als einzige Aufgabe Eier zu legen. Auch wenn die Käfighaltung mittlerweile verboten ist, so werden die Tiere trotzdem weiterhin auf engstem Raum eingesperrt.

 

Die Eierproduktion ist automatisiert und läuft auf dem Laufbahn. Wenn die Küken schlüpfen, werden sie nach männlichen und weiblichen Tieren aussortiert. Die männlichen können keine Eier legen und bilden weniger Fleisch, deswegen werden sie direkt nach dem Schlüpfen in den Schredder geworfen und lebendig zerhackt oder vergast. Die weiblichen Küken erbringen ein höheres Profit und werden entweder gemästet und geschlachtet oder sie müssen einige Jahre Eier legen bis sie anschließend auch geschlachtet werden.

 

Bio ist nicht unbedingt besser. Viele verdeckte Aufnahmen haben gezeigt, dass Biofleisch oftmals aus der Massentierhaltung kommt. Es gibt natürlich viele Bauer, die ihre Tiere gut behandeln. Aber man muss sich einfach vor Augen führen, dass die Tiere früher oder später geschlachtet werden. Ist es moralisch in Ordnung ein Lebewesen zu töten, obwohl man es nicht muss? Auch ein glückliches Schwein will nicht sterben, genau so wenig wie ein glücklicher Mensch. 


Weitere Bereiche


Kaum zu glauben, aber es gibt noch einige weitere Lebensmittel und Getränke, worin wir eigentlich keine tierischen Bestandteile erwarten würden. So werden Säfte, Wein oder auch Essig mit Gelatine geklärt und viele Fruchtgummis bekommen dadurch ihre weiche durchsichtige Konsistenz. Dabei wird Gelatine aus Schweineknochen und -schwarten, aber auch aus Rindern, Hühnern und Fischen gewonnen.

 

In vielen roten Getränken, Fertigprodukten und auch in Kosmetik wie Lippenstifte ist Karmin (E120) enthalten. Der Farbstoff wird aus Läusen gewonnen, die ausgetrocknet und gekocht werden. Es gibt sehr viele "versteckte" tierische Bestandteile.

 

Das einfachste ist selbst mit frischen Lebensmitteln zu kochen. Auch das Internet hilft dabei, schnell raus zu finden, welche Produkte keine tierische Bestandteile enthalten. Am Anfang muss man oft die Zutatenliste genau lesen und recherchieren, aber nach einer Weile, wird es einfacher. Immer mehr Unternehmen kennzeichnen ihre Produkte als vegan und erleichtern die Suche.


Eine Dokumentation, die jede*r gesehen haben muss:

Video: Dominion / YouTube


Es ist an der Zeit aufzustehen und für die Tiere zu kämpfen! Jede*r einzelne von uns ist gefragt, denn nur alle zusammen können wir etwas verändern. Immer mehr Menschen entdecken ihr Mitgefühl für die nicht menschlichen Tiere, die genau das sehr dringend brauchen. Lasst uns endlich das Leid beenden und für eine schönere Welt kämpfen, in der wir keine Lebewesen für unsere Gewohnheiten und Wünsche mehr einsperren und ausbeuten müssen.


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