Tipps, wie du Tierleid bei der Kleiderwahl vermeiden kannst

Hier findest du eine Auflistung der Kleidungsstücke, die aus Tieren hergestellt werden, sowie Alternativen, um diese leichter zu vermeiden:


Kein Pelz


Echtpelz ist leider immer noch sehr beliebt und stark vertreten in der Modeindustrie. Dass dahinter extrem viel Grausamkeit und Tierleid steckt, wissen die wenigsten und die, die es wissen, ignorieren es. Füchse, Marderhunde und Kaninchen werden in engen Käfigen gezüchtet, über Monate misshandelt und danach gehäutet. Die Tiere im Wald werden auch nicht totgestreichelt, sondern nach einer Hetzjagd erschossen. Nicht umsonst haben sich große Modehäuser wie Armani, Gucci und Michael Kors dazu entschieden, auf Pelz zu verzichten. In der US-amerikanischen Stadt San Francisco ist der Pelzhandel sogar komplett untersagt und es werden hoffentlich viele weitere Städte und Länder dem Beispiel folgen.

 

Reportagen: ARD plusminus - youtube / WDR diestory - youtube

 

So erkennst du Echtpelz: Einfach ein paar Haare ausreißen und mit einem Feuerzeug anbrennen. Wenn sich Kügelchen bilden und es nach Plastik riecht, handelt es sich um Kunstpelz. Echtes Fell riecht nach verbrannten Haaren. Der Preis ist kein Indikator für die Echtheit, da Tierfell mittlerweile billiger als synthetisches Fell ist.


Kein Tierleder


Leder ist ein Nebenprodukt der Fleischindustrie? Eher nicht. Ein großer Teil der Lederproduktion findet in Ländern wie Bangladesch statt. Dort gibt es weder Tierschutz-, Umweltschutz- noch Kinderschutzgesetze. Die Folgen sind verseuchte Gewässer, hohe Sterblichkeit bei Kindern, Missbildungen, Kinderarbeit und nicht zuletzt extrem viel Tierleid. Die Kühe und Büffel müssen lange Transportwege ohne Wasser aushalten, um am Ende für ihre Haut getötet zu werden. 

 

Die Rinder in Europa sind auch nicht glücklicher, sie werden ebenfalls unter unwürdigen Bedingungen in der Massentierhaltung gehalten und geschlachtet. Kein Lebewesen sollte für Schuhe oder Kleidungsstücke sterben müssen.

 

Reportagen: YKollektiv - youtube / Das Erste Weltspiegel- youtube

 

Gute umweltfreundliche Alternativen sind Leder aus Bananenschalen, Ananasblätter, Kork oder recyceltem Plastik. Der Markt für tierfreundliches Kunstleder wird durch die hohe Nachfrage immer breiter und nachhaltiger, was gut für unsere Umwelt und für die Tiere ist.



Keine Wolle


Was ist an Wolle verwerflich, wenn die Tiere beim Scheren nicht sterben? Hier gibt es mehrere Gründe. Zu einem sterben die Schafe und Lämmer, da sie früher oder später geschlachtet werden. Die meisten Tiere werden in der Massentierhaltung gehalten, wo sie Stress und Misshandlungen erleiden. Des Weiteren ist Wolle ein Massenprodukt geworden und um Kosten zu sparen, muss das Scheren schnell in Akkordarbeit erfolgen. Dabei werden den Tieren oftmals Schnittwunden zugefügt, die anschließend bei vollem Bewusstsein und ohne Schmerzmittel zugenäht werden.

 

Die beliebte Merinowolle aus Australien und Neuseeland (z. B. die bekannten UGG Boots) steht noch massiver unter Kritik, weil den Tieren ohne Betäubung große Hautfetzen um den Hinterbereich abgeschnitten werden, damit Fliegen dort und nicht im Fell ihre Eier ablegen können. "Mulesing" nennt sich diese barbarische Vorgehensweise.

 

Reportage: ZDF zoomIN - youtube

 

Bei der Herstellung von Angorawolle, Mohairwolle, Alpakawolle oder Kaschmir wurden auch wiederholt brutale Misshandlungen und Tierleid aufgezeichnet, unter anderem schreiende Kaninchen, denen das Fell ohne Betäubung abgerupft wird oder Ziegen, die getreten und geschlagen werden. 

 

Reportage: ZDF Blutige Wolle - youtube / Peta - youtube

 

Die besseren tierfreundlichen Alternativen zu Wolle sind Baumwolle sowie Leinen und Hanf. Die Umweltbilanz von diesen Rohstoffen ist ebenfalls weit besser als die von Wolle.


Kein Daunen


Feder und Daunen füllen unsere Jacken, Kissen und Decken. Aber die Grausamkeit gegenüber den Tieren macht hier auch keinen Halt. Gänse werden bis zu vier Mal im Leben bei vollem Bewusstsein und ohne Betäubung abgerupft (Lebendrupf). Offene Wunden, die dabei entstehen, werden oft mit Küchengarn direkt vor Ort zugenäht. Für die Vögel fühlt sich diese Prozedur wie das Rausziehen von Haaren bei Menschen an. Höllische unerträgliche Schmerzen, die kein Lebewesen verdient hat.

 

Reportage: DER SPIEGEL - youtube

 

Obwohl der Lebendrupf in der EU seit 1999 verboten ist, halten sich viele Betriebe nicht daran. Hauptexporteure sind Ungarn, Polen und China. Länder ohne greifende Tierschutzkontrollen. Das Geschäft ist lukrativ: eine lebende Gans, die mehrmals gerupft wird, bringt mehr Federn und Daunen als eine tote Gans, die einmalig gerupft wird. Zudem wird die Federqualität von Rupf zu Rupf besser, was viele Modeunternehmen wollen und bevorzugen. 

 

Alternative Füllungen für Decken, Kissen und Jacken sind Baumwolle und Kapok.

 

Die luxuriösen Eiderdaunen sind nicht empfehlenswert. Hierbei handelt es sich um Federn von Wildgänsen, die in Island unter strengen Auflagen aus den Nestern entnommen werden, wobei kein Tier zu Schaden kommt. Für einige wenige Daunendecken mag sich das hervorragend anhören, aber dieses Produkt wird leider auch zur Massenware, was dazu führen kann, dass die Gänse für die Massentierhaltung gezüchtet werden (bislang blieben die Versuche, die Gänse zu züchten, zum Glück erfolglos). 



Kein Reptilienleder


Hinter Reptilienleder steck ebenfalls enorm viel Tierleid. Einer der größten Lederlieferanten weltweit ist Indonesien. Warane und Pythons werden aus der freien Natur entrissen, festgebunden und in Säcke gesteckt. Ohne Nahrung und Wasser müssen sie mehrere Tage ausharren, bis  sie anschließend lebendig gehäutet werden. Das hat auch zur Folge, dass die Bestände stark gesunken sind und diese Tierarten bald komplett aussterben könnten.

 

Reportagen: NDR Weltbilder - youtube / Das Erste Reportage - youtube)

 

In Afrika werden Krokodile dagegen in kahlen dreckigen Gruben gezüchtet und aufgezogen. Wenn sie alt genug sind, bekommen sie vor der Häutung einen Elektrostab ins Gehirn gebohrt. Aus ihrer Haut werden dann Brieftaschen und Taschen für Luxusmarken hergestellt. Das ist definitiv kein Luxus, sondern extremes Tierleid.

 

Bildmaterial: Peta - youtube

 

Eine Alternative ist Kunstleder mit Reptilienhautmuster.


Keine Seide


Seide besteht aus dünnen Fäden, die der Seidenspinner (eine Schmetterlingsart) für seinen Kokon produziert. Nachdem die Larven sich verpuppt haben, werden die Kokons eingesammelt, noch bevor die Schmetterlinge schlüpfen können. Sie werden anschließend in kochendes Wasser geworfen, damit sich die einzelnen Fäden besser auseinander ziehen lassen. Die Tierchen werden dabei lebendig gekocht und erleiden unvorstellbare Schmerzen. Nicht jeder empfindet Empathie für Insekten, aber sie sind ein sehr wichtiger Teil des Ökosystems. Weder Säugetiere, noch Insekten oder Fische haben es verdient, durch uns ausgebeutet zu werden.

 

Einige tier- und umweltfreundliche Alternativen zu Seide sind Modal, Lyocell (Tencel), Agavenseide, Pima, Sojaseide oder Bambusseide. Diese Stoffe werden verstärkt in der Modeindustrie verwendet und können fast überall erworben werden.



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