Tipps, wie man Tierleid in der Haustierhaltung vermeiden kann

Vorweg will ich betonen, dass der "Kauf" eines Tieres unglaublich viel Verantwortung, Zeit und Geld beansprucht. Jedes Tier braucht nämlich Zuwendung und eine tiergerechte Umgebung und Haltung. Arztkosten können bei Krankheit auch schnell in die Höhe schießen. Wo wird das Tier sein, wenn man Urlaub macht oder umziehen muss? Man muss sich dieser Entscheidung sehr bewusst sein und niemals spontanen Impulsen folgen. Hier sind Tipps, die helfen können:


Tierheim statt Züchter


Bitte adoptiere immer Tiere aus dem Tierschutz, statt für hunderte von Euros Rassenhunde oder -katzen zu kaufen. 

 

Die Tierheime sind überfüllt und täglich werden weitere Tiere ausgesetzt oder aus schlechter Haltung befreit. Und das in Deutschland! In vielen anderen Ländern auf der Welt, wie in Rumänien, stehen süße liebe Hunde Schlange vor den Tötungsstationen oder werden von herzlosen Hundehassern getötet. Tierorganisationen retten vor Ort die Hunde und vermitteln sie anschließend in Deutschland. Man kann sogar aus Thailand Hunde adoptieren, die von der Fleischindustrie in Laos und Vietnam gerettet wurden. Das sind Tiere, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnen und diese auch verdienen. Wozu dann überhaupt einen Rassehund für hunderte von Euros kaufen, wenn man ein Leben retten kann?

 

Die Rassehunde leiden teilweise noch mehr unter dem Rassenwahn. Möpse werden absichtlich mit einer kleinen Schnauze gezüchtet, um süßer auszusehen, was zu starken Atemproblemen führt. Ein weiteres Beispiel ist die Überzüchtung von Cavalier, fast alle Hunde haben einen Herzfehler. Das Geschäft mit den Rassehunden hat auch einen Boom in Ostereuropa hervorgerufen. Dort werden Rassehunde in kleinen dreckigen Boxen gezüchtet und anschließend für kleines Geld an der deutschen Grenze verkauft. Welpen, die nicht verkauft werden können, werden getötet oder ausgesetzt. Das alles ist nur ein Bruchteil der Konsequenzen, die unser Wunsch nach einem perfekten Rassehund mit sich zieht.

 

Deswegen muss man immer adoptieren und niemals kaufen. Es gibt unzählige Rettungsstationen und Tierheime, die einem bei der Wahl des Tiers helfen und betreuen.


Keine Zoohandlungen


Zoohandlungen sind nur auf eine Gewinnsteigerung ausgerichtet. Hier wird wenig Rücksicht auf die Lebewesen und ihre Bedürfnisse genommen. Die Hauptsache ist, ob man genug von ihnen verkaufen kann. Kaninchen, Vögel und Reptilien werden wie Ware behandelt und auch so aussortiert. 

 

Tierschutzorganisationen dokumentieren regelmäßig Missstände in den Zuchtanlagen von Zoohandlungen. Hier existiert bereits längst eine Massentierhaltung wie in der Fleischproduktion - dreckige Käfige, Platzmangel und unbehandelte Verletzungen.

 

Internetportale wie eBay Kleinanzeigen sind zu wahren Geldmaschinen für dubiose Privatzüchter verkommen. Hier werden Tiere für ein kleines Nebeneinkommen massenhaft gezüchtet und verkauft, aber auch Hunde aus Polen und Tschechien werden angeboten.

 

Wie vorher schon erwähnt: Adoptieren und nicht kaufen! 



Vögel wollen fliegen


Vögel haben Flügel um fliegen zu können. Und egal wie groß ein Käfig sein mag, es bleibt ein Käfig. Eine tiergerechte Haltung von Vögeln ist kaum möglich. Viele Menschen halten sogar seltene Papageienarten wie Kakadus oder Ara Papageien, die sonst im Dschungel hunderte Kilometer fliegen können. Das wäre so, als ob wir unser ganzes Leben nur in einem einzigen Zimmer verbringen würden. Wäre das nicht grausam?

 

Auf Portalen wie eBay Kleinanzeigen kann man ohne großen Aufwand exotische Vogelarten für Spottpreise kaufen. Viele der Vögel werden in der freien Natur gefangen und für hohe Preise verkauft. Ein anderer Teil wird gezüchtet, meistens unter grausamen Bedingungen, und wird anschließend als Massenware verkauft.

 

Daher rate ich von der Vogelhaltung ab. Es ist viel schöner die Herrscher der Lüfte in Freiheit zu bewundern und zu beobachten, statt sie einzusperren.

 

Die Rettung, Haltung und Adoption von verletzten und verwahrlosten Vögel ist hiervon natürlich ausgenommen. 


Tiergerechte Haltung


Eine tiergerechte Haltung von exotischen Tieren, ob Leguanen, Frettchen oder Schildkröten bedarf sehr viel Fachwissen, sehr viel Platz und sehr viel Geld. Ein Aquarium ist immer zu klein, erst recht wenn es sich in einer kleinen Wohnung befindet.

 

Durch die große Nachfrage nach außergewöhnlichen Tieren hat sich ein Schwarzmarkt gebildet, wodurch Millionen Tiere illegal im Dschungel gefangen und nach Europa eingeführt werden. Viele der Tierarten sind nun vom Aussterben bedroht oder wurden komplett ausgerottet. Aber auch in Gefangenschaft geborene Tiger, Löwen oder Kängurus kann man in Deutschland ganz legal kaufen. Dass man solche Tiere Zuhause nicht halten sollte, ist vielen Menschen egal. 

 

Aber auch Hunde werden oft nicht tiergerecht gehalten, indem sie zum Beispiel immer wieder für mehrere Stunden allein gelassen, nur an der Leine ausgeführt oder von sozialem Kontakt mit anderen Hunden ausgeschlossen werden. 

 

Wenn man ein Tier ein Zuhause geben will, dann muss man ihm alle Bedürfnisse erfüllen und für ein tiergerechtes Leben sorgen. Und wie schon erwähnt: Nur Tiere aus Rettungsstationen oder Tierheime adoptieren.



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