Tipps: Umweltfreundlich beim Einkaufen

Beim Einkaufen kann man sehr viel für die Umwelt tun, vor allem, wenn man verpackungsfreie Produkte kauft und Plastik soweit wie möglich vermeidet. Es ist viel einfacher als man denkt. Hier findest du viele Tipps rund um den nachhaltigen Einkauf:

● Kochen lernen. Wer kochen kann, hat es sehr einfach. Denn wenn man müllfrei einkaufen will, muss man die Produkte, die man sonst als Fertigessen kaufen würde, selbst machen. Das kann jeder lernen und es klappt mit der Zeit immer besser. Selbstgemacht schmeckt nicht nur viel viel leckerer, es ist auch gesünder und man weiß auch genau was drin ist. 

● Saisonal und regional einkaufen. Wir sind daran gewöhnt, alle Obst- und Gemüsesorten zu jeder Jahreszeit kaufen zu können. Dabei werden viele Produkte eingeflogen, so zum Beispiel der Spargel aus Peru oder die Erdbeeren aus Ägypten. Andere Lebensmittel werden in energieintensiven Gewächshäusern angebaut. Das alles schadet der Umwelt, daher ist es wichtig, auf saisonale und regionale Produkte zu setzen. 

 

Im Shop findest du einen illustrierten Kalender zum Aufhängen, mit heimischen Obst- und Gemüsesorten und wann man sie am besten kaufen sollte.

● Unverpackte Lebensmittel kaufen. Obst und Gemüse kann man immer mehr auch unverpackt in den großen Supermarktketten und vor allem in Bioläden kaufen. Daneben bieten regionale Bauernmärke (die jeder irgendwo bei sich in der Nähe täglich oder wöchentlich findet) die beste Möglichkeit an, unverpackt sowie regional einzukaufen. 

 

Unverpacktläden gibt es auch mittlerweile in jeder großen Stadt und es werden immer mehr. Man kann die gewünschten Produkte in Gläser/Behälter vor Ort abfüllen lassen. Vor allem Gewürze, die man sehr selten verwendet, kann man in der Menge kaufen, die man gerade wirklich benötigt.

Hier sieht man wie ein Unverpacktladen aufgebaut ist. Reis, Mehl, Haferflocken etc. werden in Rohren mit einer Öffnung unten aufbewahrt. So kann man genau die Menge abfüllen, die man auch braucht.


Einfach Mut haben! Unverpackte Produkte bekommt man an vielen Orten, man muss nur genau hinsehen und sich einfach mal trauen zu fragen, ob die Verkäufer die Ware in die mitgebrachten Box oder Schraubglas einpacken können. Beim Bäcker zum Beispiel bekommt man alles auf Wunsch auf die Hand. Du wirst auch erstaut sein, wie inspirierend andere das finden werden und wie man seine Mitmenschen motivieren kann, es auch mal müllfrei zu probieren.

 

Unverpackt-Läden und Biomärkte in der Nähe findest du auf www.zerowastemap.org*

 

● Selbst sammeln und pflücken. Auch wenn man keinen eigenen Garten hat, kann immer noch vieles zum Selbstpflücken vor der eigenen Haustür finden. Apfel-, Lindenbäume oder Bärlauch findet man auch in der großen Stadt. Auf der Seite www.mundraub.org* werden auf einer Karte alle Punkte eingegeben, wo man frei verfügbare Obststräucher, Obstbäume, Kräuter sowie Nüsse finden kann.

 

Mehr Bio kaufen. Bio Produkte enthalten in der Regel weniger bis keine Pestizide im Vergleich zu den konventionell angebauten Obst- und Gemüsesorten. Pestizide sind enorm an dem Insektensterben beteiligt und gefährden auch Vögel, Reptilien und Säugetiere. Laut Untersuchungen fliegen heute 70% weniger Insekten durch die Luft als noch vor 30 Jahren. Für unsere eigene Gesundheit ist es auch von Vorteil auf Lebensmittel mit dem Bio-Zeichen zu setzen.

 

● Keine Lebensmittel verschwenden. Jeder Bundesbürger wirft pro Jahr durchschnittlich 81,6 kg Lebensmitteln weg, in ganz Deutschland sind es 11 Millionen Tonnen pro Jahr. Das ergab eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das liegt vor allem an den niedrigen Preisen, die uns erlauben, alles im Überfluss zu kaufen. Dadurch haben wir aufgehört, die Lebensmittel richtig Wert zu schätzen. Was man dagegen tun kann:

 

Eine Einkaufsliste erstellen und Spontankäufe vermeiden

 

- Mindesthaltbarkeitsdatum nicht so genau nehmen, denn viele Produkte sind noch lange nach Ablauf des Datums genießbar.

 

- Obst und Gemüse frisch nach Bedarf kaufen

 

- Lebensmittel richtig aufbewahren

 

- Auf der Seite www.foodsharing.de* Lebensmittel mit anderen Nutzern teilen

 

● Obst und Gemüse mit Druckstellen und Schönheitsfehlern kaufen, da diese seltener gekauft werden und sonst im Müll landen würden. Es gibt auch Anbieter, wie zum Beispiel www.etepetete-bio.de*, die sich zum Ziel gesetzt haben, "unperfektes" Obst und Gemüse zu retten. 

 

● Stofftasche benutzen - banal aber wichtig. Am besten mehrere Mitnehmen sowie Netze für das Obst und Gemüse.

 

● Schraubgläser sammeln. Sie sind vielseitig verwendbar und eignen sich für die Aufbewahrung von Gewürzen oder Lebensmitteln, zum Einfrieren oder Konservieren sowie als Transportbox. Wenn man sie gut pflegt, lassen sie sich über Jahrzehnte immer wieder verwenden. 

 

● Weniger Kaffee und Kakao konsumieren. Weniger heißt nicht nie wieder, also keine Sorge. Das Problem mit diesen Genussmitteln ist der enorme Wasserverbrauch. Für ein Kilo Kaffee werden 21.000 Liter Wasser verbraucht und für ein Kilo Kakao unglaubliche 27.000 Liter. Dazu kommt noch Kinderarbeit und Naturzerstörung für die Gewinnung von weiteren Anbauflächen. Wir müssen daher lernen, diese Produkte zu schätzen und als Luxusgut anzusehen, das man sich ab und zu mal gönnt. Kaffeekapseln sollte man auch unbedingt meiden, da diese unnötig viel Müll erzeugen.

● Keine Produkte mit Palmöl kaufen. Palmöl ist ein billiges Pflanzenfett, das aus den Früchten der Ölpalmen gewonnen wird. Diese wachsen vor allem in tropischen Gebieten wie Südostasien, Südamerika und Afrika. Für die Plantagen werden riesige Wälder und Naturgebiete gnadenlos vernichtet, Tiere werden getötet und auch Menschen vertrieben. Deswegen ist es sehr wichtig auf Produkte zu setzen, die dieses Öl nicht enthalten. Das betrifft vor allem einige Fertigprodukte, Süßigkeiten und Kosmetikartikel. Hier sollte man immer einen Blick auf die Zutatenliste werfen. 

 

Für mehr Informationen über die katastrophalen Auswirkungen unter www.regenwald.org*.

 

● Mit dem Fahrrad/zur Fuß zum Supermarkt fahren/gehen anstatt mit dem Auto. Das ist natürlich nicht für jeden möglich. Wenn man aber die Möglichkeit hat, dann sollte man sie nutzen, denn dadurch wird die Umwelt weniger belastet.

 

Kein Wasser in Plastikflaschen kaufen. Das Leitungswasser kann in Deutschland fast überall bedenkenlos getrunken werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sein Wasser auch testen lassen. Das Wasser aus den Plastikflaschen ist nicht unbedingt besser, es wird nur besser vermarktet und beworben. Laut einer Studie werden weltweit jede Minute 1 Million Plastikflaschen gekauft und das wird in der Zukunft größere Auswirkungen auf die Erde haben als der Klimawandel. Wenn man Leitungswasser bevorzugt, spart man nicht nur Unmengen an Plastik, sondern auch viel Geld.

Wenn du noch mehr Tipps und Ideen hast, schreib mir an info@wirfuerdieerde.de 

*Werbung, da Namensnennung und Verlinkung. Keine bezahlte Kooperation. Wirfuerdieerde ist unabhängig und distanziert sich von bezahlten Partnerschaften.