Tipps: Umweltfreundlich in der Küche

Die Küche bietet sehr viel Potenzial für mehr Umweltfreundlichkeit und für die Vermeidung von Müll an. Hier sind viele Tipps und Ideen, die dabei helfen werden, die eigene Küche nachhaltiger zu gestalten.

● Mindesthaltbarkeitsdatum nicht so genau nehmen. Tonnenweise Lebensmittel landen in den Müll, obwohl sie noch völlig in Ordnung sind. Das MHD bedeutet nicht, dass das Produkt danach verdorben ist. Das Datum gibt nur an, bis wann das Unternehmen den Erhalt der spezifischen Eigenschaften des Produkts unter richtiger Aufbewahrung garantiert. Viele Lebensmittel können noch Monate oder gar Jahre nach Ablauf des Datums problemlos verzerrt werden. Man sollte hier den eigenen Sinnen vertrauen und einfach probieren (ausgenommen frische tierische Produkte wie Fisch und Fleisch, da diese leicht verderblich sind).

 

● Saisonal und regional kochen. Obst und Gemüse außerhalb der Saison werden aus fernen Ländern transportiert oder in energieintensiven Gewächshäusern angebaut. Wenn man sich zumindest zum großen Teil saisonal und regional ernährt, reduziert man den eigenen ökologischen Fußabdruck enorm. Vor allem Produkte, die aus Asien, Südamerika oder Afrika kommen und leicht verderblich sind, werden einflogen, so auch Spargel aus Peru oder Orangen, Bohnen und Erdbeeren aus Afrika. Im Shop findest du einen illustrierten Kalender zum Aufhängen, mit heimischen Obst- und Gemüsesorten und wann man sie am besten kaufen sollte.

● Keine Lebensmittel verschwenden. Wir leben in Überfluss und unsere Lebensmittel sind sehr günstig. Abgesehen von dem MHD werfen wir auch noch frische Produkte weg, weil sie Schönheitsfehler, Druckstellen oder kleine Macken haben. Dadurch haben wir leider den Bezug zu den Produkten verloren und gehen verschwenderisch damit um. Jeder Bundesbürger wirft pro Jahr durchschnittlich 81,6 kg Lebensmitteln weg, in ganz Deutschland sind es 11 Millionen Tonnen pro Jahr. Das ergab eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Was man dagegen tun kann:

 

Planen, was man essen will. Einfach eine Liste mit Gerichten für die kommenden Tage erstellen und sich daran halten, da Spontankäufe oft nicht gegessen werden. Obst und Gemüse sollte man frisch nach Bedarf kaufen. 

 

Richtige Aufbewahrung: damit die Produkte lange halten, müssen sie auch richtig gelagert werden. Manche müssen in den Kühlschrank, andere verlieren bei niedrigen Temperaturen an Geschmack, bei Äpfeln und Bananen muss man jedoch aufpassen, dass man sie nicht in der Nähe von anderem Obst lagert, da dies die Reifung beschleunigt

  

- Auf der Seite www.foodsharing.de* oder in diversen Facebook-Gruppen für Foodsharing (engl. für Essen teilen) kann man einwandfreie Lebensmittel, die man selbst nicht mehr essen möchte, anderen Nutzern anbieten. Eine gute Möglichkeit, um gegen die Lebensmittelverschwendung vorzugehen.

 

● Den Müll richtig recyceln. Abfälle sind manchmal unvermeidbar, aber dann ist es umso wichtiger sie richtig zu entsorgen. Ein Mülleimer mit 4 Abteilungen für Papier, Verpackungen, Bioabfälle und Restmüll ist sehr hilfreich und macht das Recyceln einfacher. Glasflaschen und Gläser unbedingt in die Sammeleimer für Glas entsorgen, denn Glas kann zu 100% wieder recycelt werden.

 

 Keine Müllbeutel verwenden. Die Mülltüte ist ein Produkt, das zum Wegschmeißen hergestellt wurde. Es geht wunderbar auch ohne. Dazu einfach ein bisschen Zeitungspapier am Boden des Eimers reinlegen und nach dem Ausleeren kurz abwischen. Mülltüten aus abbaubaren Stoffen z.B. Maisstärke sind nicht empfehlenswert, da sie sich in der Praxis schlecht zersetzen lassen und hierfür auch Monokulturen angebaut werden. Plastiktüten aus recyceltem Plastik sind hier dann die bessere Alternative. 

 

● Second-Hand statt neu. Wir leben in einem so großen Überfluss, dass auf Kleinanzeigenseiten Küchengeräte, Utensilien und auch komplett vollausgestattete Küchen regelmäßig verschenkt werden. Gegen ein wenig Geld bekommt man auch kaum benutzte Markenware. So kann man viel Geld sparen, die Umwelt schonen und man verzichtet trotzdem nicht darauf, neuwertige Sachen zu kaufen.

 

Hier ist ein Foto von meiner Second-Hand Küche, die ich über Ebay-Kleinanzeigen* erworben habe. Ich habe gerade mal 290 Euro für die komplette Küchenzeile inklusive Schränke, Regale, Ofen sowie viel Zubehör gekauft. Der Kühlschrank und die Stühle sind vom Sperrmüll und der massive Holztisch stand im Keller meiner besten Freundin. Der Neuwert liegt bei ca. 4000 Euro. 

● Minimalismus in der Küche. Viele Küchen sind mit Zeug so überfüllt, dass sie eher vollgestopft wirken. Das meiste davon braucht man nicht wirklich und die Sachen stehen nur im Weg. Man kann wunderbar mit viel weniger zurechtkommen. Ausmisten schafft nämlich Platz und erleichtert sogar das Kochen und vor allem das Putzen. Ein guter Trick: alles, was man 1 Jahr lang nicht benutzt hat, kommt weg. 

 

● Leitungswasser trinken und zum Kochen benutzen. Das Leitungswasser ist das am strengsten kontrollierte Gut in Deutschland und kann fast überall bedenkenlos getrunken werden. Laut einer Studie werden weltweit jede Minute 1 Million Plastikflaschen gekauft und das wird in der Zukunft größere Auswirkungen auf die Erde haben als der Klimawandel. Dabei brauchen wir kein teures abgefülltes Mineralwasser.

● Backblech einfetten statt Backpapier zu verwenden. Beim Backen kann man wunderbar auf das Backpapier verzichten, wenn man dafür das Blech mit ein bisschen pflanzlichem Öl einfettet.

 

● Restwärme beim Kochen und Backen nutzen. Um wertvolle Energie zu sparen ist es ratsam, den Herd bzw. den Ofen kurz vorm Ende abzuschalten und die Restwärme zu nutzen. Die Ofentür auch so wenig wie möglich öffnen, damit die Energie nicht entweicht und mit Umluft ohne vorzuheizen backen, statt mit Ober- und Unterhitze. 

● Stoffservietten benutzen, die sich waschen lassen. Statt Papiertücher und vor allem Küchenrollen zu verwenden, die nach kurzer Zeit im Müll landen.

 

● Mehr vegan kochen. Die pflanzliche Ernährung ist sehr umweltschonend und man setzt sich so gleichzeitig gegen das Töten von Tieren ein (klicke hier um mehr zu erfahren). Dabei muss man nicht die ganze Küche neu erfinden und komplizierte neue Rezepte ausprobieren, denn jedes Essen, was man kennt, gibt es mittlerweile auch in vegan. Um die richtigen Rezepte zu finden braucht man nur das Lieblingsessen + "vegan" in Google einzugeben und schon hat man eine große Auswahl.

● Den Kühlschrank richtig reinigen. Essig ist ein wunderbarer Küchenhelfer. Einfach 100 ml Essig mit 200 ml Wasser vermischen und auf einem Lappen auftragen. Anschließend den Kühlschrank von innen gründlich reinigen und danach mit klarem Wasser nachwischen. Für die Außenflächen reicht es diese mit dem selbstgemachten Spülmittel und lauwarmes Wasser abzuwischen (das Rezept findest du unten).

 

● Schraubgläser behalten. Gläser sind der beste Küchenhelfer, denn sie sind vielseitig einsetzbar. Sie eignen sich hervorragend für die Aufbewahrung von Lebensmitteln oder Gewürzen. Aber auch zum Einfrieren, Konservieren oder für die Mitnahme von Gerichten auf die Arbeit/Uni.

● Spülmittel selber machen. Herkömmliche Spülmittel sind in Plastikflaschen abgefüllt und enthalten viel Chemie, die über den Abfluss in die Natur landet. Dabei gibt es verschiedene Rezepte für effektive selbstgemachte Spülmittel, die viel umweltfreundlicher sind. 

 

Rezept: 500 ml Wasser bis zum Kochen erhitzen und 15 g geriebene Biokernseife einrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Wenn die Flüssigkeit abgekühlt ist, 2 TL Natron und 15 Tropfen ätherisches Öl dazu geben und in eine Spülmittelflasche abfüllen.

 

Das Rezept für selbstgemachte Flüssigseife findest du unter den Umwelttipps für das Badezimmer.

 

● Angebrannte Pfannen mit Essig sauber machen. Angebranntes erweist sich oft als hartnäckig, in der Regel reicht es aus, den Topf oder die Pfanne in heißem Wasser einzuweichen. Wenn das nicht hilft, kann man 100 ml Essig und 1 L Wasser rein gießen und aufkochen. Kurz stehen lassen und schon lässt sich der Schmutz entfernen.

 

● Luffaschwamm benutzen. Die herkömmlichen Putzschwämme werden aus Plastik, also aus Erdöl hergestellt. Sie müssen mit dem Restmüll entsorgt und verbrannt werden, zudem lösen sich beim Abwaschen kleine Partikel ab, die in den Abfluss als Mikroplastik landen. Die bessere Alternative sind Luffaschwämme. Sie werden aus den Pflanzen des Schwammkürbisses hergestellt und sind mit der Zucchini verwand. Die Schwämme halten länger als Plastikschwämme, sind umweltfreundlich, lassen sich in der Waschmaschine waschen und können kompostiert werden. 

● Einen eigenen Kompost für den Biomüll nutzen. Dafür braucht man nicht unbedingt einen Garten, denn es gibt gute Ideen für die kleine Stadtwohnung so zum Beispiel den Bukashi-Eimer oder eine Wurmkiste, die dabei helfen, den Bioabfall in hochwertiger Erde zu verwandeln.

 

● Kühlschrank richtig einstellen. Der Kühlschrank ist einer der größten Stromfresser im Haushalt, daher bietet er viel Sparpotenzial. Zum Beispiel reicht es vollkommen aus, ihn auf 7° und die Gefriertruhe auf -17° einzustellen. Der Kühlschrank sollte auch regelmäßig gesäubert werden, die Tür sollte nur kurz offen bleiben und warme Speisen dürfen nicht reingestellt werden.

 

● Hafermilch, Marmeladen, Aufstriche selbst machen. Um noch mehr Verpackungen zu sparen, kann man viele Produkte selbst herstellen. Im Internet findet man zahlreiche Rezepte. So weiß man auch genau was drin ist und es ist sicherlich gesünder als die abgepackte Version.

● Mehr kochen, statt nur eine oder zwei Portionen. Wenn man kocht, kann man gleich eine größere Menge zubereiten und es in Portionen aufteilen. So hat man noch fertiges Essen für den nächsten Tag und man muss nicht erneut kochen und Energie verbrauchen. Die Portionen lassen sich mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren und können auch in Gläser eingefroren werden.

● Essenreste mit einem Teller abdecken, statt mit Klarsichtfolie. Alufolie und Klarsichtfolie sollten aus der Küche verbannt werden, weil sie sehr schädlich für die Umwelt sind.

 

● Gemüsereste sammeln und Gemüsebrühe daraus machen. Beim Kochen bleiben viele Reste übrig, so z.B. der Strunk vom Brokkoli, die Endstücke und die Schalen von Karotten, Selleriestücke oder Champignonfüße. Alles was vom Gemüse übrig bleibt, kann entweder im Kühlschrank in einem Glas gesammelt oder in der Gefriertruhe eingefroren werden. Sobald man genug hat, schmeißt man alles in einem Topf mit ein wenig Salz und lässt es kochen. Weitere Kräuter und Gewürze wie Lorbeerblätter, Thymian, Petersilie oder Rosmarin verleihen der Brühe noch mehr Geschmack. Nach 30-40 min Kochzeit alles aussieben und das Bouillon portionsweise in Schraubgläser abfüllen und entweder einfrieren, konservieren oder für einige Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Wenn du noch mehr Tipps und Ideen hast, schreib mir an info@wirfuerdieerde.de 

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