Tipps: Umweltfreundlich im Alltag

Im Alltag kann man sehr viel für die Umwelt tun und Müll einsparen. Hier sind einige Ideen und Tipps, die dabei helfen:

● Alle Produkte, die man kauft, hinterfragen. Man denkt wenig darüber nach, aber jedes Produkt muss erst einmal abgebaut, hergestellt und transportiert werden. Die Herstellung einer Getränkedose aus Aluminium ist sehr energie- und wasserintensiv, da das Aluminium aufwendig abgebaut und verarbeitet wird. Dabei werden Wälder abgeholzt, Tiere und Menschen vertrieben und die Umwelt wird stark verschmutzt. Die Dose landet nach wenigen Minuten im Müll. Lohnt sich das? Eher weniger. Deswegen ist es sehr wichtig, unseren Konsum infrage zu stellen und bessere Alternativen zu wählen.

 

● Keine Kaffee To Go Einwegbecher benutzen. Hier haben wir dasselbe Problem wie mit der Aludose (s. oben). Aufwendiger Herstellungsprozess aus Holz und Erdöl sowie lange Transportwege für die Verwendung von wenigen Minuten. Eine Alternative wäre den Kaffee direkt vor Ort zu genießen oder wiederverwendbare Becher, die sich auswaschen lassen, zu benutzen.

● Wasser aus der Leitung, statt aus Plastikflaschen. Jede Minute werden weltweit 1 Million Plastikflaschen gekauft. Sie werden energieintensiv aus Erdöl hergestellt, über weite Wege transportiert und brauchen danach Jahrhunderte, um sich in Mikroplastik zu zersetzen. Wir haben das Privileg sauberes Wasser für wenig Geld aus der Leitung trinken zu können, ganz plastikfrei. Das Leitungswasser ist das am strengsten kontrollierte Gut in Deutschland und kann fast überall bedenkenlos getrunken werden. Glasflaschen bieten auch eine Alternative an. Wenn man süße Getränke mag, ist frischer Tee, Sirup oder Wasser mit eingelegtem Obst eine gute plastikfreie Lösung.

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● Weniger Konsum. In unserer Wegwerfgesellschaft gehört es dazu, Sachen wegzuwerfen und neu zu kaufen. Wir kaufen und kaufen, ohne uns Gedanken über die Herstellung oder Entsorgung zu machen. Wir produzieren Unmengen an Elektroschrott, worunter viele Drittländer versinken und unsere Plastikabfälle werden nach Asien verschifft. Sogar große Konzerne wie Amazon müssen massenweise neue Geräte vernichten, weil zu schnell neuere Modelle mit angeblich besseren Funktionen auf den Markt kommen. Deswegen sollte man seine Geräte reparieren lassen und immer wieder nutzen, statt das Wegwerfdenken voranzutreiben. Wie man an der Konsumpyramide unten sieht, sollten wir alles probieren, um den Neukauf zu vermeiden. Zuerst sollten wir schauen, ob wir das haben, was wir brauchen (z.B. wozu einen Zungenreiniger kaufen, wenn ein Esslöffel genau so effektiv ist?). Viele Gegenständen können wir ausleihen, tauschen, selber machen oder socond-hand kaufen. Bücher oder Werkzeuge werden oft nur einmalig benutzt, also wozu müssen wir sie dann besitzen?

● Weniger Kaffee und Kakao konsumieren. Das tut weh, ich weiß. Aber leider sind das zwei extrem wasserintensive Genussmittel. Für ein Kilo Kaffee werden 21.000 Liter Wasser verbraucht und für ein Kilo Kakao unglaubliche 27.000 Liter. Die Pflanzen werden oft unter menschenunwürdigen Bedingungen angebaut und geerntet, wozu auch Kinder gezwungen werden. Es heißt nicht, dass man nie wieder Schokolade essen oder Kaffee trinken sollte, keine Panik! Es heißt nur, dass wir diese Produkte mehr schätzen sollten und sie als Luxusgüter ansehen müssen, die man sich hin und wieder gönnt. Und dann nur von Unternehmen, die fair und nachhaltig handeln. Kaffeekapseln sollte man auch unbedingt meiden, da diese unnötig viel Müll erzeugen.

● Es geht auch ohne Strohhalme. Wir alle kennen die Bilder von Meeresschildkröten, die Strohhalme in der Nase haben und nicht atmen können. Die Meere sind bereits vollgestopft mit Plastikmüll, der sich über die Jahrhunderte zu Mikroplastik verkleinert, aber niemals ganz verschwindet. Strohhalme sind ein weiteres Einwegprodukt, das man abschaffen sollte. Wenn man in einer Bar oder einem Café sitzt sollte man daher im Voraus sagen, dass man keinen Strohhalm will. Hierfür gibt es auch keine guten Alternativen, da auch Papier-/Metall-/Glas- oder Holzstrohhalme aufwendig und wasserintensiv hergestellt werden. Der Kauf lohnt sich nur dann, wenn man regelmäßig damit trinken will. Am einfachsten ist es direkt aus dem Glas zu trinken.

 

● Filme, Spiele und Bücher als digitale-Datei kaufen statt als physisches Produkt. Dadurch kann man viele Ressourcen sparen und Müll vermeiden. Bücher kann man auf dem Handy/Tablet lesen oder sie von Freunden und Bekannten ausleihen, denn leider werden auch für Bücher ganze Wälder abgeholzt. 

● Minimalismus im Alltag. Minimalismus ist der beste Weg, neben der veganen Ernährung, für eine bessere Umwelt. Wir kaufen sehr viele Sachen und Gegenstände ein und verbrauchen dabei viele Ressourcen. Auch vermeidlich grüne Produkte sollte man nicht in Übermaß kaufen, nur weil sie nachhaltig sind. Es geht um den Konsum im Ganzen, um die Anzahl an Sachen, die wir kaufen. Man sollte sich bei allem immer fragen, ob man es wirklich braucht und vielleicht ein paar Nächte darüber schlafen, bevor man es kauft. Am Ende merkt man selbst, dass man nicht viel für ein glückliches Leben besitzen muss.

 

● Mehr vegan essen. Die industrielle Landwirtschaft ist der Umweltkiller Nummer 1, neben der brutalen Tierquälerei, die dahinter steckt. Die Herstellung von Fleisch verbraucht extrem viel Wasser, so werden für einen einzigen Hamburger 2.400 Liter Wasser benötigt, was 16 volle Badewannen bedeutet. Eine Studie aus Oxford belegt auch, dass nichts so sehr die Umwelt retten kann, wie die vegane Ernährung (hier geht es zum Artikel von TheGuardian). Während Menschen auf der Welt hungern, verfüttern wir riesige Mengen Nahrung an die Tiere, die wir dann töten, um sie zu essen. Wenn wir keine Tiere ernähren würden, hätten wir genug Essen für weitere Milliarden Menschen. Wenn du mehr über unsere Nahrung erfahren möchtest, klicke hier.

● Nicht alles, was grün ist, ist wirklich grün. Viele Unternehmen, die maßgebend an der Umweltzerstörung beteiligt sind, unterstützen wenige kleine Umweltprojekte, um das eigene Firmenimage aufzubessern. "Immerhin etwas" könnte man denken. Aber es bringt leider nichts, wenn man sich ein ganz klein wenig engagiert, aber die Umweltzerstörung im Kerngeschäft liegt. Das ist nur eine weitere Methode, um Kunden durch vorgetäuschte Nachhaltigkeit zu gewinnen und nennt sich Greenwashing, abgeleitet von Brainwashing (engl. Gehirnwäsche). Man darf nicht jedem vertrauen, der mit "öko" oder "bio" wirbt. Am besten ist es daher auf Unternehmen zu setzen, die innovativ sind und in vielen Hinsichten moralisch richtig handeln. Großkonzerne sollte man meiden.

 

● Verwende wiederaufladbare Akkus statt Batterien. Batterien werden sehr aufwendig hergestellt und enthalten Zink, Eisen, Aluminium, Lithium und Silber, die unter umweltschädlichen Bedienungen aus der Erde gewonnen werden. Einwegbatterien sind praktisch, aber richten einen großen Schaden an. Eine gute Alternative sind Akkus, die sich immer wieder aufladen lassen. Geräte, die am Strom angeschlossen arbeiten, statt mit Batterien, sollten bevorzugt werden, so z.B. beim Rasiergerät oder Bohrmaschine. Mehr Tipps und Infos auf der Seite des Umweltbundesamtes.

 

● Rechnungen und Kontoauszüge per E-mail schicken lassen. Viele Rechnungen und Briefe brauchen wir nicht in ausgedruckter Form, daher kann man viel Papier sparen und somit Bäume retten, wenn man sich alles in digitaler Form schicken lässt.

 

● Eis in der Waffel statt im Becher mit Plastiklöffel. Die Waffel schmeckt ja lecker und wenn man sie doch nicht essen möchte, kann man immer noch in der Eisdiele in einem abwaschbaren Becher das Eis genießen. Es ist einfach zu schade, wenn für den kurzen Genuss einen Plastikbecher und Plastiklöffel weggeschmissen werden müssen.

● Ganz viele Blumen und Bäume pflanzen. Egal, wo man die Möglichkeit hat (und es darf), sollte man ganz viele Pflanzen wachsen lassen - ob auf dem Balkon, auf der Dachterrasse oder im Garten. Die Insekten sterben im Moment in einem rasenden Tempo aus, ganz voran die Wildbienen, Schmetterlingen und Hummeln. So verschwinden auch die Vögel, da das Nahrungsangebot schrumpft. Die negativen Auswirkungen auf unsere Umwelt und auch auf unsere Gesundheit sind unvorhersehbar. Daher ist es ganz wichtig den Insekten zu helfen. Wenn wir schon die Erde mit Asphalt zudecken, sollten wir alles tun, um das ausgleichen.

● Handelsübliche Kaugummis meiden, da diese zum Teil aus Erdöl hergestellt werden und dadurch für die Umwelt sehr schädlich sind. Es gibt mittlerweile Kaugummis, die eine ähnliche Konsistenz haben und in Bioläden gekauft werden können. Alternativ kann man Bonbons nehmen, die sich komplett im Mund auflösen (keine Bonbons, die einzeln in Folie verpackt werden, sondern aus Papierverpackung und am besten lose).

● Kaufe und trage keine Klamotten aus synthetischen Stoffen wie Polyester oder Elastan. Diese werden nämlich aus Erdöl hergestellt. Zudem lösen sich während des Waschens kleine Fäden ab und gelangen so über das Abwasser in unsere Flüsse und Meere und so auch in unsere Nahrung. Gute Alternativen sind Klamotten aus Bio-Baumwolle, Bambus, Hanf, Lyocell (Tencel), Leinen, Lenpur Viskose, Sojafaser oder Leder aus Bananenschalen. Die Auswahl wird immer größer und kreativer. Wenn du aber nicht auf solche Kleidung verzichten kannst, bieten es sich an, einen Mikroplastik-Wäschefilter zu benutzen.

 

● Wenn man raucht, sollte man darüber nachdenken damit aufzuhören. Ich weiß selbst wie schwer die Abgewöhnung sein kann, aber das Rauchen schadet nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch extrem unserer Umwelt und Mitmenschen. Abgesehen von dem giftigen Rauch, kann ein einziger Zigarettenstummel bis zu 40 L Wasser verseuchen und gefährdet dadurch unzählige Lebewesen. Laut Schätzungen landen jährlich 4,5 Billionen Zigarettenstummel weltweit in der Natur, das sind 3/4 der verkauften Zigaretten. Sie brauchen Jahrzehnte um sich zu zersetzen und durch die giftigen Chemikalien gefährden sie stark die Umwelt. 

 

● Ersetze Google durch die umweltfreundliche Suchmaschine Ecosia* (auch als App), die mit den Werbeeinnahmen Aufforstungsprojekte unterstützt. Ein richtig tolles Projekt. Hier kannst du mehr erfahren. 

 

● Das Auto mal stehen lassen und mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. In der Stadt ist das natürlich leichter, als auf dem Land. Hier müssen wir uns dafür einsetzen, dass die Städteverbindungen attraktiver und mehr Fahrradstraßen eingerichtet werden. Durch Dieselverbote und pauschale Steuererhöhungen belastet man nur die Bürger, statt Alternativen zu schaffen.

● Eigene Brottüte mit sich tragen und diese immer wieder verwenden, wenn man sich oft was beim Bäcker holt. Es ist viel umweltfreundlicher, statt jedes Mal eine neue Tüte zu nehmen und diese nach kurzer Zeit wieder wegzuwerfen. Für fettige oder klebrige Stückchen kann man eine Box verwenden.

 

● Weniger bis keine neue Kleidung kaufen oder von nachhaltigen Unternehmen. Die Textilbranche ist ein einziger Horror. Immenser Rohstoffverbrauch sowie unterbezahlte und ausgebeutete Arbeitskräfte in Drittländern, die oft mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit für unsere Billigkleidung zahlen müssen. Das geht auch anders. In erster Linie sollten wir weniger und bewusster kaufen. D.h. keine billige Kleidung, dafür von Unternehmen, die sich bewusst für bessere Arbeitsbedingungen und effiziente Rohstoffnutzung einsetzen (ein Beispiel für Schuhe sind Veja* und Ethletics*). Second-Hand Kleidung ist auch eine tolle Möglichkeit Ressourcen zu sparen.

 

● Sammele Müll in der Natur auf. Wir haben mittlerweile alles zugemüllt - unsere Wälder, Meere, Strände, den Mount Everest und sogar die Umlaufbahnen der Erde. Unser Müll bleibt in den meisten Fällen liegen und verrottet oft über Hunderte von Jahre vor sich hin. Deswegen sollte man nicht nur selbst keinen Müll in der Natur hinterlassen, aber auch welchen aufsammeln, wenn sich die Gelegenheit bietet. Man kann auch Sammelaktionen organisieren und so mehr Menschen dafür begeistern. 

● Lieber direkt im Restaurant essen, statt nach Hause zu bestellen. Und wenn man doch bestellen möchte, dann kann man einen Lieferdienst auswählen, der per Fahrrad liefert und sich in der Nähe befindet. Bei Abholungen kann man auch die eigene Essensbox im Restaurant abgeben und darum bitten, das Essen dort reinzupacken, um Verpackungsmüll zu vermeiden. Viele Restaurants begrüßen das sogar.

 

Weiterer Tipp: über die App Too Good To Go* kann man übrig gebliebenes Essen für wenig Geld nach Ladenschluss abholen.

Wenn du noch mehr Tipps und Ideen hast, schreib mir an info@wirfuerdieerde.de 

*Werbung, da Namensnennung und Verlinkung. Keine bezahlte Kooperation. Wirfuerdieerde ist unabhängig und distanziert sich von bezahlten Partnerschaften.