Tipps: Umweltfreundlich im Badezimmer

Die meisten Badezimmer sind überfüllt mit unzähligen Produkten und alten Pflegemitteln in Plastikverpackungen, die angebrochen in der Ecke liegen und nur Staub sammeln. Da die Produkte so günstig sind, werden leichtfertig neue gekauft. Die Unternehmen wissen auch ganz genau, was uns gefällt: Einhörner, Koalabären, Glitzer, Pastellfarben und Lamas sind im Trend, daher werden die Produkte entsprechend gestaltet. Dabei entsteht unheimlich viel Plastikmüll, der leicht vermieden werden kann. Hier findest du viele Tipps und Ideen, um dein Badezimmer nachhaltiger zu gestalten:

● Seife für Körper und Haare benutzen. Am meisten Plastik lässt sich einsparen, wenn man die Schampoo- und Duschgelflaschen aus Plastik aus dem Badezimmer verbannt. Seifen haben teilweise die selbe Zusammensetzung nur ohne Wasser. Ob für Körper oder Haare - es gibt zahlreiche Naturprodukte, die man auch in der Drogerie kaufen kann und keine Chemie enthalten im Vergleich zu den herkömmlichen Produkten. Als Haarspülung eignet sich eine Mischung aus 500 ml Wasser + 4 EL Apfelessig (kein Konzentrat). Die Haare werden danach richtig weich und sauber. Ein Rezept für selbstgemachtes Duschgel findest du weiter unten.

● Kosmetik ohne Tierversuche kaufen. Obwohl wir im Jahr 2019 leben, werden Tiere weiterhin sinnlos und grausam für die Kosmetikindustrie gequält. Kaninchen, Hunde, Affen und Ratten müssen schmerzhafte Prozeduren über sich ergehen lassen, so zum Beispiel das Einspritzen von Kosmetikinhaltsstoffen ins Auge. Unsere Eitelkeit darf kein Grund für Tierquälerei sein. Produkte, die viel Chemie enthalten (und somit an Tieren getestet werden müssen) können für unsere Haut auch nicht gesund sein, daher ist es am besten auf natürliche Inhaltsstoffe und Produkte zu setzen.

 

Hier findest du eine Liste von Herstellern, die PETA schriftlich zugesichert haben, keine Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben: www.kosmetik.peta.de/deutschland. Es reicht auch aus, den Namen des Unternehmens + Tierversuche in Google (besser Ecosia*) einzugeben und schon hat man die nötigen Informationen.

 

● Luffaschwamm für den Körper benutzen. Die herkömmlichen Schwämme werden aus Plastik, also aus Erdöl, hergestellt. Sie müssen mit dem Restmüll entsorgt und verbrannt werden, zudem lösen sich beim Duschen kleine Partikel ab, die in den Abfluss als Mikroplastik landen. Die bessere Alternative sind Luffaschwämme. Sie werden aus den Pflanzen des Schwammkürbisses hergestellt, der mit der Zucchini verwand ist. Die Schwämme halten länger als Plastikschwämme, sind umweltfreundlich, lassen sich in der Waschmaschine waschen und können kompostiert werden. 

 

● Zahnbürste aus Bambus statt aus Plastik. Man findet die Bambuszahnbürsten mittlerweile fast überall, denn auch die Drogerien und Supermärkte haben sie ins Sortiment aufgenommen. Gewöhnliche Plastikzahnbürsten werden energieintensiv und umweltbelastend aus Erdöl hergestellt und brauchen über 300 Jahre bis sie sich in Mikroplastik zersetzt haben. Die Bambuszahnbürsten sind dagegen aus schnell wachsendem Bambus hergestellt und lassen sich komplett kompostieren.

 

● Weiße Zähne durch Kokosöl. Das Kokosöl ist nicht regional, aber gelegentlich kann es für die Zähne verwendet werden. Morgens vor dem Zähneputzen ein bisschen Kokosöl im Mund für ca. 10-15 min gurgeln. Danach ganz normal die Zähne putzen. Nach wenigen Tagen werden die Zähne weißer und strahlender.

 

● Zahnpasta nicht aus der Tube, sondern in Tablettenform kaufen. Diese findet man mittlerweile auch in den herkömmlichen Drogerien für einen akzeptablen Preis. Weitere Alternativen sind feste Zahnpasta, selbstgemachte mit Zahnpulver oder Miswak-Holz zum Kauen. Als der perfekte Zungenreiniger eignen sich ein Esslöffel, wodurch man nicht ein weiteres Produkt zu kaufen braucht.

 

● Handtücher aus 100% Biobaumwolle benutzen. Synthetische Materialien wie Polyester und Elastan werden aus Erdöl hergestellt und kleine Fäden lösen sich beim Waschen ab und gelangen so als Mikroplastik über das Abwasser in unsere Flüsse und Meere und auch in unsere Nahrung. Biobaumwolle ist die bessere Alternative.

● Rasieren ohne Plastik. Plastikfreie Alternativen sind: der elektrische Rasierer (vor allem für Männer geeignet), der Rasierhobel (der Favorit für alle) und für mutige das Rasiermesser. Für die Beine eignet sich auch ein Epiliergerät.

 

● Menstruationstasse bzw. abwaschbare Binden verwenden. Eine Frau verwendet in Ihrem Leben zwischen 10 000 und 17 000 Tampons/ Binden. Dabei enthalten diese Produkte für gewöhnlich Plastik und zersetzen sich erst nach vielen Jahren zu Mikroplastik. Tampons können sich zudem eher negativ auf die Intimflora auswirken und trocknen die Scheide aus. Die Menstruationstassen dagegen sind hygienisch einwandfrei und können über viele Jahre verwendet werden. Abwaschbare Binden mit lustigen Motiven sind auch eine gute nachhaltige Alternative.

● Peeling selber machen. Fertige Produkte enthalten oft Mikroplastik und sind in Plastik verpackt. Stattdessen kann man ein natürliches Peeling mit nur zwei Zutaten selbst herstellen. Dazu mischt man in einem Becher 4 EL Olivenöl + 2 EL Zucker. Unter der Dusche kann man dann die Mischung auf die Gesichtshaut sanft mit der Hand einreiben und massieren, anschließend mit lauwarmen Wasser abspülen. Die Haut fühlt sich danach weich und rein an.

 

● Abschminken mit Olivenöl. Mit ein wenig Bio-Olivenöl auf einem weichen Baumwolltuch lässt sich Make-Up sehr leicht entfernen. Olivenöl sorgt auch für Feuchtigkeit und macht die Haut geschmeidig.

 

● Kurz abduschen statt Toilettenpapier. Toilettenpapier ist nicht besonders hygienisch, da alles nur verschmiert wird und das ist ziemlich eklig. Viel effektiv ist eine kurze Dusche, wenn man die Möglichkeit hat. Ein Bidet oder der Badewannenrand können dabei helfen. In vielen Haushalten auf der Welt ist ein Duschkopf neben der Toilette üblich und das kann man in dem eigenen Zuhause auch sehr einfach nachrüsten. Kleine Poduschen zum Auffüllen bieten auch eine Alternative an. Wenn es ohne Toilettenpapier nicht geht, dann kann man auf Recyclingpapier zurückgreifen. Auch sollte man nicht mehrere Lagen um die Hand wickeln und eher sparsam damit umgehen.

 

● Pads zum Abschminken selbst machen. Ein altes Baumwolltuch oder T-shirt in kleine Quadrate oder Kreise schneiden und in ein Schraubglas reinlegen. Nach Bedarf kann man die Stoffstücke rausnehmen und verwenden. Sie lassen sich ganz einfach in der Waschmaschine waschen und wiederverwenden.

 

● Flüssigseife (oder Duschgel) selber herstellen. Flüssigseife lässt sich ganz unkompliziert, verpackungsfrei und ohne Chemie herstellen. Es gibt viele verschiedene Rezepte mit verschiedenen Zutaten. Hier ist die einfachste Variante, die mir persönlich sehr gut gefällt. 

 

Es geht so: 1 L Wasser zusammen mit 100 g geriebener Naturseife zum Kochen bringen und dabei ständig rühren, bis sich die Seife aufgelöst hat. Für 15-20 Stunden stehen lassen und mit dem Schneebesen gut durchrühren. Optional kann man 1 EL Olivenöl und 1 EL Glyzerin aus der Apotheke (um eine höhere pflegende Wirkung zu erzielen) dazu geben. Für einen angenehmen Geruch reichen wenige Tropfen ätherisches Öl.

● Ohrenstäbchen aus Bambus oder Metall statt aus Plastik. Die Ohrenstäbchen aus Plastik werden wie die Zahnbürsten aus Erdöl hergestellt, dabei brauchen sie Jahrhunderte um sich in Mikroplastik zu zersetzen. Eine gute Alternative ist die Spirale aus Metall, die sich abwaschen lässt oder Stäbchen aus Bambus.

 

Wäschebeutel bzw. Filter für synthetische Kleidung. Unsere Kleidung enthält oft auch Plastik, so zum Beispiel Polyester oder Elastan. Bei der Wäsche lösen sich kleine Fäden ab, die als Mikroplastik in den Abfluss gespült werden. Um dem entgegen zu wirken, bietet es sich an, Kleidung aus Naturfasern zu tragen sowie einen Wäschebeutel speziell für Mikroplastik zu verwenden.

 

● Wäsche bei 30° oder in Eco-Programm waschen. Eine Temperatur von 30° ist ausreichend, um normale Verschmutzungen von der Wäsche zu entfernen. Ein bis zwei mal im Monat kann man die weiße Wäsche bei 60° waschen, damit Keime in der Waschmaschine abgetötet werden. Die Waschmaschine sollte auch erst angeschaltet werden, wenn sie voll ist.

● Waschmittel selber machen. Das geht sehr einfach, schnell, ist umweltfreundlich, hautverträglich, plastikfrei und nicht zuletzt sehr günstig. Das eigene Waschmittel selber zu machen hat nur Vorteile.

 

Hier ist das Rezept: 3 Liter Wasser zusammen mit 6 EL Waschsoda und 50 g geriebene Kernseife in einem Topf aufkochen und mit dem Schneebesen gut vermischen. Die Flüssigkeit für eine Stunde abkühlen lassen und wieder aufkochen. Danach für 15-20 Stunden stehen lassen. Danach erneut kräftig mit dem Schneebesen rühren und nach Wunsch 20-30 Tropfen ätherisches Öl dazu geben. Die Mischung wird in einer verschließbaren Glasflasche befüllt. Pro Waschgang ca. 200 ml verwenden. Bei weißer Wäsche empfehlt es sich noch 1-2 EL Natron dazu zu geben.

 

Das Waschmittel ist nicht geeignet für Fasern tierischen Ursprungs. Wieso man auf solche Kleidungsstücke lieber verzichten sollte, erfährst du hier.

● Kastanien als Waschmittel nutzen. Kennst du die Waschnüsse aus der Drogerie? Diese enthalten Saponine, die sich reinigend auswirken. Die Waschnüsse werden aber aus dem Ausland importiert und treiben die Preise in den Ursprungsländern nach oben. Wir haben eine sehr nachhaltige Alternative direkt vor der Haustür - die Kastanie. Bei einem Spaziergang im Herbst kann man genug Kastanien sammeln, um das ganze Jahr lang damit zu waschen.

 

Rezept: 5-8 Kastanien in Vierteln schneiden und in ein Glas geben. 300 ml warmes Wasser dazugeben und für 10 Stunden stehen lassen, immer mal wieder kräftig schütteln. Danach durch ein Sieb geben und die Flüssigkeit + auf Wunsch 5 Tropfen ätherisches Öl ins Waschmittelfach der Waschmaschine geben. Bei weißer Wäsche kann man noch 1-2 EL Natron dazu geben. Diese Mischung ist nur wenige Tage haltbar. Die Kastanien lassen sich auch trocknen und als Pulver im Glas lange aufbewahren.

 

Kastanien haltbar machen: Die Kastanien in Vierteln schneiden und mit dem Mixer zerkleinern. Auf Zeitungspapier oder auf einem Geschirrtuch verteilen und für eine Woche bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Man kann sie auch für 3 Stunden bei 50° Umluft trocknen. Anschließend wird das Pulver in Schraubgläser verteilt und dunkel und trocken gelagert. Pro Wäsche braucht man 3 EL Kastanienpulver und 300 ml Wasser, dann wie oben beschrieben zubereiten.

● Weichspüler für die Wäsche selber machen. Die herkömmlichen Weichspüler enthalten viel Chemie und belasten die Umwelt, zudem können sie oft bedenklich für die Haut sein. Dabei gibt es eine preisgünstige und umweltfreundliche Alternative: ca. 50 ml weißer Haushaltsessig (kein Konzentrat oder Fruchtessig) ins Weichspülerfach geben. Der Essig reinigt, desinfiziert und macht die Wäsche weich. Weiterer Tipp: Zitronenschalen in einer dünnen Socke mitwaschen - das verleiht der Wäsche einen frischen Duft.

 

WC Reiniger selber machen. Statt herkömmliche teure Produkte zu verwenden, die in Plastik verpackt sind und Chemie enthalten, die das Wasser weiter belasten, kann man wunderbar selbst einen wirksamen WC Reiniger herstellen.

 

Rezept WC Reiniger: 150 ml Wasser abkochen und abkühlen lassen. 3 EL Zitronensäure + 3 EL Flüssigseife (Rezept oben) dazu geben. In einem zweiten Topf 500 ml Wasser mit 2 EL Speisestärke vermischen und kurz aufkochen, dabei ständig rühren. Beide Mischungen zusammen vermischen und nach Wunsch ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzufügen und in einer leeren Flasche abfüllen. Schon ist der selbstgemachte WC-Reiniger fertig.

 

● Badreiniger selber machen. Auch hier kann man ein sehr kraftvolles Reinigungsmittel selbst herstellen, ohne auf Chemieprodukte zurück zu greifen. Man spart auch eine Mange Geld und schont gleichzeitig die Umwelt. 

 

Rezept: 1/2 L lauwarmes Wasser in eine Flasche füllen und 50 g Zitronensäure dazu geben und 2-3 min schütteln. Danach 3 EL Spülmittel (Rezepte unter den Umwelttipps für die Küche) und 10 Tropfen ätherisches Öl reinfüllen. Fertig ist der selbstgemachte Badreiniger, der sehr effektiv gegen Kalkablagerungen ist. Vor Gebrauch immer gut schütteln.

 

Hinweis: bei hartnäckigen Kalkablagerungen kann man die Menge an Zitronensäure verdoppeln.

Du hast noch mehr Tipps und Ideen? Dann schreib mir an info@wirfuerdieerde.de