Wir essen eine Plastiktüte pro Monat

Es ist keine große Überraschung, aber das Ausmaß ist trotzdem erschreckend. Eine neue Untersuchung der University of Newcastle in Australien zeigt, dass wir bis zu 21g Mikroplastik pro Monat zu uns nehmen. Die Studie wurde im Auftrag der WWF durchgeführt und zeigt die verheerenden Auswirkungen unseres Plastikkonsums.

 

Die Untersuchung ergab, dass Menschen weltweit bis zu 2.000 Mikroplastikpartikel pro Woche aufnehmen, das entspricht etwa 5g die Woche und 21g pro Monat. Eine handelsübliche Plastiktüte wiegt ebenfalls 21g, die man so auf einem Teller niemals aufessen und runterschlucken würde. Die Organisation WWF macht einen anderen Vergleich: wir essen eine Kreditkarte pro Woche auf, das wären 4 Karten pro Monat.

Zahnbürsten, Deckel und Feuerzeuge gefunden am Strand.

(Foto: Pixabay/filmbetrachterin)

Woher kommt das Mikroplastik? 

 

Plastik ist wortwörtlich überall! In unserem Essen, Trinkwasser und in der Luft. Aber wie gelangt es dort hin?

 

Es gibt vier Hauptquellen:

 

 Alltägliche Gegenstände wie Plastikverpackungen, Plastikflaschen, Kosmetik, Spielzeuge, Zahnbürsten, Kaffeebecher und viele weitere Produkte werden nicht richtig entsorgt und gelangen in der Natur. Durch Umwelteinflüsse und Sonneneinstrahlung zersetzen sich die Plastikteile zu Mikroplastik und verstreuen sich.

 

  Viele Kleidungsstücke enthalten Plastik in Form von synthetischen Fasern wie Polyester. Beim Waschen gelangen die Plastikfasern über den Abfluss in die Gewässer und in die Böden.

 

  Durch den Reifenabrieb der Autos lösen sich kleine Plastikpartikel ab, die dann unsere Luft und Böden massiv belasten.

 

 In unserer Kosmetik, überwiegend in Peelings, Duschgels und Zahnpasta, steckt eine Menge Mikroplastik. Hier gelangen die Partikel ebenfalls durch den Abfluss in die Gewässer.

(Foto: Pixabay/aitoff)


Eine Plastikflasche braucht ca. 450 Jahre, um sich komplett in Mikroplastik zu zersetzen. Man geht davon aus, dass die winzigen Partikel für immer in der Natur bleiben werden, da sie sich von Mikroorganismen nicht vollständig zersetzen lassen. 



Die Bilder von Plastikteppichen so groß wie ganze Länder, die in unseren Ozeanen schwimmen, kennen wir nur zu genüge. Unzählige Tiere wie Wale, Schildkröten und Meeresvögel verenden qualvoll, nachdem sie unseren Müll gegessen haben. NABU berichtet von bis zu 135.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel pro Jahr. Weggeworfene Fischernetze sind ein weiteres gravierendes Problem, denn sie machen ca. 30-50 % des Plastikmülls im Meer aus. Darin verheddern sich Tausende Tiere und ersticken oder verhungern. Die Probleme sind bekannt und ersichtlich, trotzdem landen Jahr für Jahr weiterhin mehrere Millionen Tonnen an Plastikmüll im Wasser.

 

Aber nicht nur die Gewässer sind verdreckt. Forscher der Universität Bayreuth haben durch Proben nachgewiesen, dass bis zu 20 mal mehr Plastik in unseren Böden steckt, als in den Meeren. Auch unsere Luft ist belastet und wir atmen wortwörtlich Plastik ein.

 

Wir haben es mittlerweile geschafft, den höchsten und auch den tiefsten Punkt der Erde mit Plastik zu verschmutzen. So wird der Mount Everest nach und nach durch Touristen zugemüllt und in 11.000m Tiefe in dem Marianengraben hat ein Forschungsteam eine Plastiktüte entdeckt. Das Zeug ist einfach überall.

(Foto: istockphoto/Tas3)


Im Jahr 2050 wird praktisch jede Meeresvogelart auf der Welt Plastik im Magen haben. Auch viele weitere Tierarten sind massiv bedroht und stehen kurz vor dem Aussterben.



Wie gefährlich ist das Mikroplastik für uns?

 

Das wurde leider noch nicht ausreichend erforscht. Wir sind gerade so zu sagen die Versuchskaninchen und welche Konsequenzen diese extreme Umweltverschmutzung mit sich bringen wird, werden wir nach und nach zu spüren bekommen. Es handelt sich um ein globales Problem, dass die Menschen weltweit betrifft. Es wird angenommen, dass wir das Plastik wieder ausscheiden und es uns in kleinen Mengen nicht schaden kann. Mittlerweile sprechen wir aber nicht mehr von kleinen Menge und es steht fest, dass Plastik zu Ablagerungen führen kann und auch Giftstoffe binden kann. D.h. mit dem Mikroplastik nehmen wir weitere Stoffe auf, die Einfluss auf unsere Gesundheit haben.

 

Was können wir tun?

 

In erster Linie so wenig Plastikmüll wie möglich zu erzeugen und auch auf das Auto weitestgehend (oder komplett?) zu verzichten. Klamotten aus Naturfasern kaufen und auf plastikfreie Naturkosmetik umsteigen. Keine Fische und Meeresfrüchte mehr essen, da man dadurch selbst am meisten Mikroplastik aufnimmt, aber auch weil die Fischindustrie am meisten an der Zerstörung und Überfischung der Meere verantwortlich ist. Müllsammelaktionen zu organisieren oder selbst Müll beim Spazieren gehen zu sammeln, hat auch eine große Wirkung. 

 

Mit einer eigenen Wasserflasche, die man immer wieder befüllen kann, lassen sich hunderte Plastikflaschen einsparen. Schau dir die Edelstahlflasche von wirfuerdieerde an:


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